Krimi #6: Louise Penny.

Eher per Zufall entdeckt, aber sofort lieben gelernt: Die Krimis der kanadischen Autorin Louise Penny haben Suchtpotential…

2014 und 2019 haben wir für mehrere Wochen Kanada bereist und üblicherweise lese ich auf meinen Reisen Autoren des Reiselandes, noch lieber Romane, die auch in der besuchten Destination spielen. So lernt man Land und Leute sehr gut kennen. Die Autorin Louise Penny ist seltsamerweise in meinen Recherchen nie aufgetaucht oder ich habe sie nicht wahrgenommen – stattdessen selbstverständlich die wunderbare Margaret Atwood oder die eher unbekannte, aber doch auch recht interessant zu lesende Carol Shields. Nun ist mir also Louise Penny (Jahrgang 1958) untergekommen und Immer stärker habe ich das Gefühl, dass Frauen die besseren Krimi-Autor*innen sind. Auf deutsch sind mittlerweile mehrere Bände um den liebenswerten Inspektor Gamache, Polizeichef der Sûreté in Québec, erschienen:

Band 1: Das Dorf in den roten Wäldern – Band 2: Tief eingeschneit – Band 3: Das verlassene Haus – Band 4: Lange Schatten – Band 5: Wenn die Blätter sich rot färben – Band 6: Heimliche Fährten

Zudem gibt es einige weitere Bände, die noch nicht auf deutsch erschienen sind, für den Leser allerdings etwas verwirrend das Erscheinen der Krimis zwar in der richtigen Reihenfolge, aber mit unterschiedlichen Titeln für ein und denselben Roman. Anyway, Gamache ist ein liebenswerter Denker, in einer intakten harmonischen Beziehung, ohne grosse Ecken und Kanten, das ist wohltuend. Dazu vielerlei Personen, die im ersten Band eingeführt werden und weiterhin auftauchen: zwar mit vielen Klischees, aber alle Protagonisten liebenswürdig und auf ihre Art und Weise skurril – fast schon so, als befände man sich in „Midsomer Murders“ (By the way: I love it!). Angefangen bei seinem eher geradlinigen Deputy Inspector Jean Guy Beauvoir bis hin zu den köstlich skizzierten Bewohnern Three Pines, etwa das schwule Pärchen des Dorfes, dass eine Pension und ein Bistro betreibt (Olivier und Gabri), das Künstlerpaar Clara und Peter Morrow oder die schräg-resolute Dichterin Ruth Zardo, die auch der örtlichen Feuerwehr vorsteht. Wie bei den Romanen Caroline Grahams steckt auch hier das Böse hinter der gutbürgerlichen Fassade. Und Inspector Gamache löst die Fälle durch viele Fragen und detektivischer Beharrlichkeit. In Zeiten unzähliger skandinavischer Noir-Krimis und durchdrehender Einzelgänger-Ermittler, ist dieser betuliche Landhauskrimi mit seinen leisen, aber oft sehr humorvollen Tönen eine wahre Wohltat. Ein Glas Wein, eine wohlig-warme Decke und ein Schmöker von Louise Penny – herrlich! Was will man mehr!

Zuletzt startete eine neue Edition der Romane im Kampa Verlag, Zürich.

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