Krimi #9: „Die Trilogie der weissen Stadt“ – Eva Garćia Sáenz.

Die spanische Autorin Eva García Sáenz de Urturi hat mit ihrer „Trilogie der weissen Stadt“ drei Besteller hingelegt. Sie sind spannend, bieten viel interessantes und gut recherchiertes Wissen und machen grosse Lust, das Baskenland zu besuchen…

Nach der endlosen Fülle an nordischen Krimis bieten die drei Romane wirklich Neues und geben Einblicke in die baskische Kultur, man erfährt viel über Rituale, Feste oder die „Quadrillas“, die Cliquen der dortigen Einwohner, deren Verbindungen in allen drei Fällen eine Rolle spielen. Aber nicht nur das, auch der Ermittler Unai, genannt „Kraken“ und seine Kollegin Estebaliz bilden ein interessantes Duo mit weiteren liebenswerten Charakteren im Umfeld. Das Genre bewegt sich zwischen Mystery-Thriller und Krimi, eine gute und unterhaltsame Mischung.

BAND 1: Die Stille des Todes: Es sterben immer zwei. Sie sind immer gleich alt. Und sie kennen sich nicht.
Der erste Fall für Inspector Ayala, genannt Kraken. Eine Stadt ist in Angst. In der Kathedrale von Vitoria liegt ein totes Paar, völlig nackt, die Hände auf der Wange des anderen. Das alles gleicht exakt einer Serie von Verbrechen vor zwanzig Jahren, die die Stadt in Atem hielt. Doch der Fall gilt als gelöst, der Täter sitzt in strenger Einzelhaft. Hat man damals einen Unschuldigen verurteilt? (Fischer Verlag)

BAND 2: Das Ritual des Wassers: Hingerichtet nach einem keltischen Opfer-Ritual – der aufregende Thriller-Bestseller aus dem Baskenland.Für Inspector Ayala alias Kraken geht es ans Eingemachte: Seine erste Liebe Annabel wird ermordet aufgefunden, ertränkt in einem historischen Wasserkessel. Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Jemand scheint Menschen zu töten, die bald Mutter oder Vater werden. Kraken nimmt zusammen mit seiner Kollegin Estíbaliz die Ermittlungen auf. Er muss sich beeilen, denn seine Chefin Alba ist schwanger – und das Kind könnte von ihm sein. (Fischer Verlag)

BAND 3: Die Herren der Zeit: Die Rituale stammen aus dem Mittelalter. Doch die Opfer sterben hier und heute. Vitoria im Baskenland. Wieder erschüttert eine Serie von Morden die Stadt. Sie folgen düsteren mittelalterlichen Ritualen. Inspector Ayala alias Kraken muss feststellen, dass die Verbrechen alle in einem geheimnisvollen historischen Roman beschrieben sind. Der Titel des Buchs lautet »Die Herren der Zeit«. Und auch mit Krakens eigener Vergangenheit scheint das Epos zusammenzuhängen. Ein höchst gefährlicher Fall, nicht nur für den Inspector, sondern auch für seine Familie. (Fischer Verlag)

Auch wenn der dritte Band zwar sehr gut recherchiert und durch die beiden Zeitebenen interessant zu lesen ist, zieht er sich doch ziemlich in die Länge und einmal mehr nervt es ein wenig, dass die Protagonisten persönlich in den Fall involviert sind. Ohne zu viel verraten zu wollen, das war auch bei den ersten beiden Bänden der Fall, ist nicht jedermanns Sache und manchmal auch etwas unglaubwürdig. Zudem gibt es im dritten Band einen Protagonisten mit einer psychischen Störung, die sehr erklärungsbedürftig ist, das ist sehr interessant, aber etwas zu ausführlich und repetitiv beschrieben, mich hat das – ehrlich gesagt – irgendwann total gelangweilt. Es gibt viele falsche Fährten und Wendungen, eben all das, was man von einem guten Krimi, einem guten Thriller erwarten kann. Die Trilogie ist sehr gute Ferienlektüre und sicherlich profitiert das Stadtmarketing von Vitoria-Gasteiz davon – der Hauptstadt des Baskenlandes. Denn – wie bereits eingangs erwähnt – machen die Beschreibungen der „weissen Stadt“ und der umliegenden Region grosse Lust, diese einmal selbst zu erkunden. Der erste Band wurde bereits fürs Kino verfilmt, eine Serie ist in Planung.

Für Krimi-Freunde:

Robert Thorogood – Mrs Potts‘ Mordclub und der tote Nachbar

Petros Markaris – Das Lied des Geldes 

Michael Connelly – Late Show

Krimi #8: Simone Buchholz

Krimi #7: Donna Leon

Krimi #6: Louise Penny

Louise Penny – Heimliche Fährten

Zuletzt gelesen:

Nino Haratischwili – Das mangelnde Licht

Leïla Slimani – Der Duft der Blumen bei Nacht

Kathrin Niemela – wenn ich asche bin, lerne ich kanji 

Liao Yiwu – Wuhan

Joachim B. Schmidt – Tell

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