Krimi #1 – Ragnar Jónasson.

Natürlich interessiert es mich brennend, wenn ich einen für mich neuen Krimi-Autor aus Island entdecke und so habe ich den ersten Band „Schneebraut“ der „Dark-Iceland-Serie“ von Ragnar Jónasson auch ziemlich schnell verschlungen… Vor ein paar Jahren haben wir Island 3 Wochen lang bereist und während dieser Zeit habe ich (natürlich neben Islands Literaturnobelpreisträger Haldor Laxness) auch noch viele Krimis von Arnaldur Indridason und Yrsa Sigurðardóttir gelesen. Zusätzlich zum Lesevergnügen bekommt man als Leser von Kriminalliteratur auch immer einen guten Eindruck der Destination (hier eben von Island und den dort lebenden Menschen). Aufmerksam auf Ragnar Jónasson wurde ich durch den Blog WORTSPIELE und so habe ich mir sogleich den ersten Band „Schneebraut“ besorgt – gut, diese Titel klingen wirklich wie Rundständer-Bahnhofsliteratur und turnen eigentlich erst mal ab. Darüber muss man hinwegsehen – Dieser Krimi ist sicherlich nicht sensationell, macht aber (neben der Freude über Island zu lesen) grosse Lust auf die Fortsetzungen…

Winter in einem kleinen, abgelegenen Fischerdörfchen im Norden von Island, das nur durch einen Bergtunnel zu erreichen ist. Eine junge, halbnackte Frau liegt blutend und bewusstlos im Schnee. Ein alter Schriftsteller stürzt im Theater zu Tode. Ari, der neue Polizist am Ort, erkennt rasch, dass er erst die Verbrechen der Vergangenheit aufklären muss, um die Fälle der Gegenwart lösen zu können. Und das in einem Dorf, wo er niemandem trauen kann und ihm auch niemand helfen will.

Ragnar Jónasson, 1976 in Reykjavík geboren, arbeitet als Rechtsanwalt in der isländischen Hauptstadt. Er lehrt u.a. Urheberrecht an der Universität von Reykjavík. Ragnar ist Mitglied der britischen Crime Writers Association und Mitbegründer des ersten isländischen Krimifestivals Iceland Noir. Bis heute hat er siebzehn Kriminalromane von Agatha Christie ins Isländische übersetzt. Der Autor lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Reykjavík.

(S. Fischer Verlag)

Ari, der junge und angehende Polizist im Praktikum und abgebrochenem Theologiestudium ist erfreulicherweise sympathisch – seltsame, eigenbrötlerische und neurotische Ermittler gibt es ja bereits zuhauf. Da ist man regelrecht erfreut, ermitteln einfach mal ganz „normale“ Menschen. Auch alle weiteren Figuren und Handlungsstränge in Siglufjördur (nördlich von Akureyri) sind interessant und erzählen die Geschichte plastisch, manchmal ein klein wenig repetitiv und um die Ecke erzählt. Die Geschichte ist nicht übermässig spannend und auch teilweise etwas absehbar, man bleibt aber dran und lernt einige der Figuren kennen, die sicherlich in den nächsten Bänden auftauchen und eine grössere Rolle spielen werden (Band 2: „Todesnacht“, Band 3: „Blindes Eis“). Mir gefällt das eher langsame Tempo dieses Krimis, das bringt das Leben in den abgelegenen Fjorden gut auf den Punkt und hat für mich einmal mehr die Sehnsucht geweckt, wieder nach Island zu reisen – nun gehts auf zu Band 2…

Ragnar Jónasson – „Schneebraut“, S. Fischer Verlag.

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