Hofesh Shechter: Uprising/In your Rooms – Ballet de l’Opéra national de Paris 27.03.2022

Zwei weitere Stücke des israelisch-britischen Choreografen HOFESH SHECHTER wurden nun ins Repertoire des BALLET DE L’OPERA NATIONAL DE PARIS übernommen und sind dort im Palais Garnier zu sehen: „Uprising“ (UA 2006, The Place, London) und „In your rooms“ (UA 2007, Sadler’s Wells, London). Beide Stücke wurden ursprünglich von der Hofesh Shechter Company erarbeitet und in Zusammenarbeit mit dieser nun auch in Paris inszeniert und einstudiert, es tanzen Les Étoiles, les Premiers Danseurs und das Corps de Ballet de l’Opéra. Und einmal mehr zeigt damit die Pariser Kompanie ihre technische Bandbreite und Vielseitigkeit…

Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Tänzer:innen neben ihren grossen klassischen Handlungsballetten auch grandiose Stücke wie „PLAY“ von Alexander Ekman oder eben auch die energiegeladenen Stücke der Hofesh Shechter Company zeigen, wie nun eben den zweigeteilten Abend „Uprising/In your room“. Hofesh Shechter dürfte dem Pariser Publikum bereits bestens bekannt sein, haben sie bereits seit 2018 das Stück „The art of not looking back“ im Repertoire, zudem war erst im Oktober letzten Jahres die Hofesh Shechter Company mit „Double Murder“ im Théâtre du Châtelet zu Gast. Die beiden neuen Stücke sind frühe Werke von Shechter, seine Handschrift ist jedoch schon deutlich zu sehen. Markenzeichen ist natürlich wie immer die kraftvolle, fast schon tranceartige Musik, die von ihm selbst komponiert wurde. Im ersten Stück „Uprising“ versammelt er sieben Männer (ALEXANDRE GASSE, JACK GASZTOWTT, SIMON LE BORGNE; HUGO VIGLIOTTI; TAKERU COSTE; LOUP MARCAULT-DEROUARD und ANTONIN MONIÉ) im hellen Licht, angetrieben von einer Kraft, die sie immer weiter zu treiben scheint, bevor sie in der Dunkelheit verschwinden – sie streiten, sie sind wütend, sie versöhnen sich, die Szene ist aufgeladen, kraftvoll.

Bei „In your rooms“ ist sicherlich die Liveband auf der Bühne eine der grossen Stärken des Stückes, die kraftvoll, rhythmisch und mit dröhnenden Beats die Szenerie illustriert oder illustrieren die Tänzer die Musik? Das Licht zeichnet die Räume und Grenzen, diese werden überschritten und umkämpft (grossartiges Licht von LEE CURRAN). Es zeigt eine Gesellschaft, unruhig, aufgelöst, immer in Bewegung und so erinnert das Stück zwangsläufig an Shechters israelische Wurzeln, ein Land, das auch nie zur Ruhe kommt. Es werden Grenzen gezogen, es geht um Abgrenzung, Ausgrenzung, Territorien, Ansprüche. Für mich steht eines ausser Frage – Hofesh Shechter ist sicherlich einer der spannendsten zeitgenössischen Choreografen mit Suchtpotential. Die Handschrift ist immer unverkennbar und wer einmal ein Stück von ihm und seiner Company gesehen hat, will mehr davon!

Zuletzt besuchte Ballett/Tanz-Produktionen:

Monteverdi – Ballett Zürich 04.02.2022

COW/Alexander Ekman – Theater Basel 21.11.2021

Double Murder/Hofesh Shechter Company – Théâtre du Châtelet Paris 13.10.2021

PLAY/Alexander Ekman/Ballet d’opéra de Paris – Palais Garnier 10.10.2021

Marina Otero: FUCK ME – Zürcher Theater Spektakel 28.08.2021

Walking Mad – Ballett Zürich 22.05.2021 (Clug/Inger)

Impulse – Juniorballett Zürich Premiere (livestream) 27.02.2021 (Davidson/Arias/Nunes)

Gala d’ouverture/Ballet – Opéra national de paris (livestream) 30.01.2021

Sadler’s Wells Global Gala – (Stream) 05.12.2020

Basso Continuum/7 Danses Greques – Béjart-Ballett – Opéra de Lausanne 11.10.2020

Forsythe – Ballett Zürich 07.02.2020

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