Louise Brown – Was bleibt wenn wir sterben.

Mit dem Thema Trauer befassen wir uns in der Regel erst, wenn sie uns betrifft, meistens von einem Moment auf den anderen. Immer dann, wenn jemand aus dem Umfeld stirbt. Dabei macht es Sinn, dieses Thema aus der Tabuzone zu holen und sich damit zu beschäftigen…

„Was bleibt wenn wir sterben?“ – das ist die Frage, die sich jeder einmal stellt, eine zufriedenstellende Antwort darauf gibt es nicht, auch nicht von Louise Brown. Aber unendlich viele gute Gedanken…

Nach dem Tod ihrer Eltern versucht die Journalistin Louise Brown der Endlichkeit des Lebens etwas Sinnstiftendes abzugewinnen. Sie wird Trauerrednerin und Zeugin dessen, was von uns bleibt. Dies verändert nicht nur ihre Einstellung zum Tod, sondern auch ihre Haltung zum Leben. Louise Brown schenkt uns unvergessliche Bilder, die daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht. Ein tröstendes und befreiendes Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind. (Diogenes Verlag)

Louise Brown, gelernte Journalistin, arbeitet als Trauerrednerin und berichtet in diesem Bändchen von ihren Erlebnissen und Begegnungen, Auslöser war der Tod ihrer Eltern, es ist ein sehr persönliches und für den Leser sehr tröstliches Buch. Jeder der bereits einen nahestehenden Menschen verloren hat, wird in diesem Buch sich selbst und seine Emotionen, seine Handlungen wiedererkennen. Man spürt, dass man mit seinem Schmerz nicht alleine ist. Das Buch liest sich zwar einfach und nebenher, dennoch bleibt es haften und beschäftigt den Leser. Die meisten Menschen werden bereits als Kind von den Eltern von diesem Thema ferngehalten, der Tod ist ein Tabu und aus unserem Alltag verdrängt. Er hat keinen Platz in einer Welt, in der sich alles nur um das schöne Leben dreht. Louise Brown führt uns sanft in dieses Thema ein. Das Buch ist kein Ratgeber, aber sehr lesenswert und in gewisser Weise doch sehr hilfreich, sich dem Thema zu nähern. Ich kann es sehr empfehlen!

„Was bleibt wenn wir sterben“ von Louise Brown, 2021, Diogenes Verlag, ISBN: 978-3-257-07176-4  (Werbung)

Dieser Blog-Beitrag ist ohne eine vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Verlag entstanden. Ich habe ein Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen, wofür ich mich beim Diogenes Verlag sehr herzlich bedanken möchte. Meine Meinung blieb davon in jeglicher Art und Weise unbeeinflusst.

Zuletzt gelesen:

Arnold Stadler – Am siebten Tag flog ich zurück

Annalena McAfee – Blütenschatten

Leopold Tyrmand – Filip

Eduardo Lago – Brooklyn soll mein Name sein

Maxim Biller – Der falsche Gruss

Ocean Vuong – Auf Erden sind wir kurz grandios

William Boyd – Trio

Eva Menasse – Dunkelblum

Hervé Le Tellier – Die Anomalie

Fernanda Melchor – Parada

14 Kommentare

Diesen Beitrag von arcimboldis_world kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s