Anthony Doerr – Wolkenkuckucksland.

Wollen wir da nicht alle hin? Ins „Wolkenkuckucksland“, irgendwo in der Ferne. Mit dem neuen wunderbaren Roman des amerikanischen Autors Anthony Doerr kann man sich auf eine spannende Reise begeben und durch verschiedene Zeiten und Erzählebenen reisen, man kann sich verzaubern und ganz in diese interessante Geschichte fallen lassen…

Nach den beiden Page-Turnern „Winklers Traum vom Wasser“ und „Alles Licht, das wir nicht sehen“ (ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2015) ist der neue Roman „Wolkenkuckucksland“ ebenfalls eine literarische Entdeckung und lässt den Leser nicht mehr los. Eine faszinierende Geschichte, interessante Charaktere, viel Geschichte und die Gewissheit, dass irgendwann alle Fäden zueinander laufen.

Anthony Doerrs neuer, lang erwarteter Roman „Wolkenkuckucksland“ ist eine faszinierende Geschichte über das Schicksal, den unschätzbaren Wert, die Macht, die Magie und die alles überdauernde Überlebensfähigkeit von Büchern, Geschichten und Träumen. Im Mittelpunkt dieses großen Romans stehen Kinder an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die sich in einer zerbrechenden Welt zurechtfinden müssen. Anna und Omeir während der Belagerung und Eroberung von Konstantinopel 1453, Seymour, der aus fehlgeleitetem Idealismus einen Anschlag auf eine Bibliothek im heutigen Idaho verübt, und Konstance im Raumschiff „Argos“ in der Zukunft, auf dem Weg zu einem Exoplaneten. Was sie alle auf geheimnisvolle und geradezu atemberaubende Weise über Zeiten und Räume miteinander verbindet, ist eine Geschichte über ein utopisches Land in den Wolken. (Verlag C. H. Beck)

Während man zu Beginn als Leser etwas Zeit benötigt, sich auf die einzelnen Zeitebenen einzulassen und sich zurechtzufinden, entwickelt „Wolkenkuckucksland“ still und leise, ja fast schon im Geheimen, seine Sogwirkung und plötzlich stellt man fest, dass dieser Roman einen gepackt hat und nicht mehr loslässt. Jeder einzelne Handlungsstrang nimmt den Leser mit auf eine Reise, man sucht nach den verbindenden Elementen und ist gänzlich hingerissen vom fabulierenden Erzähler Anthony Doerr. Beklemmend die Schilderung von Zenos Heimkehr aus dem Korea-Krieg und seine Fassungslosigkeit darüber, dass während seiner harten Zeit in Asien, zuhause in den USA alles einfach weiterlief wie bisher oder die sich zuspitzende Situation auf dem Raumschiff Argos mit der Reisenden Konstance. Auch die beiden Seiten des Angriffs auf Konstantinopel sind faszinierend beschrieben und lassen den Leser in eine fremde Welt eintauchen. Erst recht, wenn man dann langsam die Zusammenhänge erkennt und staunt. Zugegeben, man muss sich anfangs darauf einlassen, aber es lohnt sich. Ein toller Roman!

„Wolkenkuckucksland“ von Anthony Doerr, 2021, Verlag C. H. Beck, ISBN: 978-3406774317 (Werbung)

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12 Kommentare

    1. arcimboldis_world

      Hast Du schon was von ihm gelesen? Ich kann Dir wirklich „Alles Licht das wir nicht sehen“ empfehlen, das war das erste Buch, was ich von ihm gelesen habe, dafür hat er den Pulitzer bekommen, hat mir sehr gut gefallen. However, ich bin gespannt auf Deine Meinung und grüsse herzlichst aus dem heute sehr sonnigen Zürich! A.

      Gefällt 1 Person

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