Les Miserables – Queens Theatre London 02.04.2019

Seit über 30 Jahren läuft „Les Miserables“ nun schon im Londoner Westend und ist somit quasi längst zum Musical-Klassiker avanciert. Kein Wunder, denn auch noch heute begeistert die Geschichte nach Victor Hugos „Die Elenden“ und die unter die Haut gehende Musik von Claude-Michel Schönberg…

Und ein Ende dieses Erfolgs ist nicht absehbar, die Vorstellungen sind zumeist ausverkauft und das Gänsehaut-Gefühl beim Vorstellungsbesuch lässt nicht allzu lange auf sich warten. Was soll man also noch gross über diese Produktion schreiben? Seit der Premiere wollte ich „Les Mis“ sehen, hatte dann aber immer andere Prioritäten und es gab ja keine Eile, denn ein „Long Run“ ist eben ein „Long Run“. Die Geschichte kennt wohl jeder und in allen wichtigen Musical-Metropolen war die Show mittlerweile zu sehen, wurde (ganz gut, wie ich finde) verfilmt und läuft im Londoner West-End immer noch in einer grossartigen Besetzung. Die beiden männlichen Gegenspieler sind mit ADAM BAYJOU als Jean Valjean und BRADLEY JADEN als Javert grossartig besetzt, musikalisch und darstellerisch brilliant und absolut textverständlich (das ist ja nicht immer der Fall…). Highlights im ersten Akt natürlich „I dreamed a dream“ von Fantine (CARLEY STENSON), „Stars“ von Javert (BRADLEY JADEN) sowie „Master of the House“ von den Thenardies (KATIE KERR/STEVEN MEO – beide köstlich!) und der grossartige emotionale Aktschluss des Ensembles mit „One more Day“ und seinen musikalischen Zitaten und Soli aus den grossen Nummern des 1. Aktes. Nach der Pause dann – worauf alle warten –  die Barrikaden und ein betörendes „On my own“ von ELENA SKYE als Eponine, ein glasklares „Bring him home“ von Valjean (ADAM BAYJOU), ich hatte den Song nicht mehr so hoch in Erinnerung – bravo! Und natürlich „Empty chairs and empty tables“ von TOBY MILES als Marius mit den beeindruckenden Schattenwürfen der Gefallenen. Grundsätzlich sind im West-End Kinderrollen hervorragend besetzt, so auch hier ein wunderbarer CALLUM HUDSON als Gavroche, der wirklich ein wahres Revolutions-Symbol für Mut und Tapferkeit ist.

Klar klingt die Musik nach ihrer Entstehungszeit Anfang der Achtziger Jahre, hat aber nichts eingebüsst an ihrer Emotionalität, ist gut gealtert und immer noch mitreissend. Das Stück hat alles, was ein gutes Musical braucht: eine interessante und spannende Geschichte, Liebe, Tod, Drama und eine gehörige Portion Witz. A must see…! Definitiv!

Zuletzt besuchte Musicals:

„Everybody’s talking about Jamie“ – Apollo Theatre London am 03.04.2019

„Follies“ – National Theatre London am 01.04.2019

„La Cage aux Folles“ – Theater Basel am 31.12.2018

„Sweeny Todd“ – Opernhaus Zürich am 21.12.2018

„Miss Saigon“ – Theater 11 Zürich am 30.11.2018

„Carmen La Cubana“ – Theater 11 Zürich am 30.10.2018

„Flashdance“ – MAAG-Halle Zürich am 20.09.2018

4 Comments

  1. Nemorino

    Ich habe Les Mis vor vielen Jahren in London gesehen und war enttäuscht von der Tonqualität im Theater. Es klang, wie aus einem kleinen Kofferradio. Ich hoffe, dass es inzwischen eine bessere Audioanlage und bessere Lautsprecher gibt. (Allerdings bin ich als Operngänger gewohnt, die Sänger direkt und unverstärkt zu hören, nicht über Lautsprecher.)

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    1. arcimboldis_world

      Das wundert mich jetzt aber – kommt aber natürlich immer auch auf das Haus an, derzeit spielt die Produktion im Queens Theatre, ich fand den Sound sehr gut. Aber – und das habe ich in meiner langjährigen Praxis im Showbiz gelernt – guter Sound bzw. die Wahrnehmung ist immer subjektiv….. 🙂 und es gibt immer Leute die unzufrieden sind. Man kann es eben nicht jedem Recht machen….

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