Arcimboldis Column #14: Paralleles Lesen.

Seit ich denken (und lesen) kann, lese ich mehrere Bücher zeitgleich. Ich habe darüber nie nachgedacht oder diese Tatsache in Frage gestellt. Ich kenne das nur so. Ich brauche das. Ich finde das bereichernd, weiss aber auch, dass viele Leser das nicht nachvollziehen können…

Nun – auf Reisen – habe ich auch wieder mehrere unterschiedliche Bücher im Gepäck (bzw. unterwegs digital im E-Reader) und wechsle mehrmals während einer Lesephase hin und her. Aktuell lese ich parallel „Sturmhöhe“ (Wuthering Heights) von Emily Brontë, „Fegefeuer“ von Sofi Oksanen und „Der Lüge schöner Schein“ von Reginald Hill. Die Auswahl, mit welchem Buch ich beginne oder zu welchem ich dann wechsle, trifft letztendlich immer mein „Gefühl“ oder vielleicht der siebte Sinn oder der achte Sinn oder was auch immer. Es ist ja nie so, dass man mehrere sich ähnelnde Bücher zeitgleich liest, dieses mal ist es ein Klassiker aus dem 19. Jahrhundert – aber mit grosser Sogwirkung wie ich finde – und dazu ein spannender Krimi-Klassiker, beide Bücher habe ich bereits vor vielen Jahren erstgelesen. Neu in dieser Runde ist der sehr beeindruckende Roman von Sofi Oksanen. Diesen habe ich ausgewählt, da er in Estland spielt – einem der drei baltischen Länder, die wir gerade bereisen. Während ich also an einer Handlung herumdenke, kommt bereits die nächste Handlung zum Zuge und schreitet parallel voran, ich mag das. Mich beschäftigen somit immer absolut unterschiedliche literarische Themen. Erstaunlicherweise beende ich häufig die parallel gelesenen Bücher dann auch zeitgleich. Ich mag es, unterschiedliche Stilistiken gleichzeitig zu lesen, ich mag es zeitgleich zwischen verschiedenen Zeitepochen zu wechseln und häufig finde ich es wunderbar, parallel Wissen zu erhalten, in dem man noch ein Sachbuch oder eine Biografie dazu nimmt. Mehr als fünf Bücher parallel sind es aber nie…

Dadurch, dass paralleles Lesen ein grösseres Mass an Aufmerksamkeit erfordert, habe ich das Gefühl, besser dabei zu bleiben. Lese ich allerdings nur ein Buch, so kommt es vor, dass ich ein paar Seiten zurückgehen muss, um wieder voll einsteigen zu können. Das finde ich dann doch erstaunlich…

Inspiriert, darüber nachzudenken, hat mich der Blog: LESEN IN LEIPZIG

Und wie ist das bei Dir?

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