Eine absolut grossartige Entdeckung, eine Ausstellung deren Besuch sich unbedingt lohnt: MARISOL im Kunsthaus Zürich – Rätselhafte Ikone zwischen Pop Art und Nouveau Réalisme. Leider nur noch bis 23.8.26 zu sehen, also wer diese tolle Show noch nicht gesehen hat, nichts wie hin…
Um ganz ehrlich zu sein, war mir diese Künstlerin kein Begriff oder abhanden gekommen, aber das ging wohl nicht nur mir so, ab einem Zeitpunkt, ist diese wunderbare Person und ihre tollen Arbeiten in der Versenkung verschwunden. Umso schöner, hat man sie nun wieder entdeckt und das Kunsthaus Zürich zeigt in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, und dem Museum der Moderne Salzburg diese tolle Ausstellung mit Werken aus fünf Jahrzehnten ihres Schaffens. Was für ein aussergewöhnliches Werk, was für eine interessante Persönlichkeit, die es in dieser Ausstellung zu entdecken gilt. Markante Skulpturen, sehr feinsinnige Beobachtungen der Gesellschaft ihrer Zeit machen diese Ausstellung wirklich zu einem Muss und gleichzeitig sind viele Themen topaktuell.








Egal, ob es die lebensgrossen Holzfiguren sind oder die in späteren Jahren entstandenen wundervollen Fisch-Skulpturen – jedes einzelnes Objekt, jede Zeichnung gefällt mir ganz grossartig. Man kann sich nicht sattsehen an dieser Fülle wirklich interessanter Kunst. Fast geraten dadurch die beiden ebenso sehenswerten Ausstellungen, die aktuell noch zu sehen sind, etwas ins Hintertreffen und ich denke mir, ich hätte viel mehr Zeit oder einen zweiten Besuchstag einplanen müssen. Aber bei den immer wieder ärgerlichen satten Eintrittspreisen im Kunsthaus, ist dies nicht erstrebenswert und ich kann es immer noch nicht verstehen, warum nebst so vielen Museen, das Kunsthaus Zürich, nicht beim Schweizer Museumspass dabei ist. Das finde ich doch etwas überheblich. Der Museumspass ist nun auch nicht günstig, aber eine tolle Sache, aber in einem der reichsten Länder der Erde finde ich es dennoch ziemlich daneben, so viel Geld an Eintritt zu verlangen wie im Kunsthaus (das ich – by the way – auch mit meinen Steuergeldern finanziere!) und den Museumspass komplett zu ignorieren. Nicht aufregen, ändert sich eh nicht und ausserdem waren die beiden weiteren besuchen Ausstellungen ebenso grossartig: KERRY JAMES MARSHALL – The Histories (toll, diese vielen grossformatigen Werke, jedes ein absoluter Burner und Hingucker!) & VILHELM HAMMERSHØI – Maler des stillen Klangs (ganz wunderbar diese Ruhe in den Zimmern und auf den menschenleeren Strassen…!). Und doch nochmals zum Schluss – diese Kunst sollte allen Menschen in diesem Land zugänglich sein. In anderen Ländern ist das auch möglich und viele Museen sind sogar kostenlos.
Kunsthaus Zürich – www.kunsthaus.ch
Zuletzt besuchte Museen und Ausstellungen:
Museum Haus Dix – Gaienhofen-Hemmenhofen
The First Homosexuals – Kunstmuseum Basel
Glitzer – Gewerbemuseum Winterthur
Kévin Germanier: Les Monstrueuses – MUDAC Lausanne
Am Webstuhl der Zeit/GOSHKA MACUGA X GRAYSON PERRY X MARY TOMS – MUDAC Lausanne
Yayoi Kusama – Fondation Beyeler Riehen
Susanne Bartsch: Transformation! – Museum für Gestaltung
Monster Chetwynd/Roman Signer – Kunsthaus Zürich
Konzepte des All-Over – Haus Konstruktiv
Maya Dunietz: SWARM – Kunstmuseum Luzern
Thalassa! Thalassa! – Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne
Anne Marie Jehle: Jeder Spiesser ein Diktator – Kunstmuseum St. Gallen