Museum Haus Dix

Eingebettet in einen riesigen Garten in Hanglange und mit wunderbarem Blick auf den Bodensee, liegt in Gaienhofen-Hemmenhofen das Atelier und Wohnhaus des Malers Otto Dix, der hier mit seiner Frau Martha und den drei Kindern von 1936 bis zu seinem Tod 1969 lebte. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall…

Dix, in Untermhaus (heute ein Stadtteil von Gera), zählt zu den wichtigsten Malern des 20. Jahrhunderts und wurde in den 1920er-Jahren zum führenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Unter den Nazis wurden seine Arbeiten als entartete Kunst diffamiert und er musst seinen Lehrstuhl an der Kunstakademie in Dresden aufgeben, Außer Landes zu gehen, kam für ihn jedoch nicht infrage: »Wie konnte man denn emigrieren, wenn man hier einen Stall voll Bilder hat? Da wären die Nazis gekommen und hätten alles beschlagnahmt. Das ist doch unmöglich!«. Viele seiner Werke sind im Kunstmuseum Stuttgart (ca. 66 km entfernt) zu sehen und so wundert es nicht, dass diese Stätte heute zu diesem Museum gehört. Leider hatten wir nicht viel Zeit am späten Nachmittag, kurz vor der Schliessung des Museums, und so bleibt nur der flüchtige Eindruck eines kurzes Scans dieser ganz wunderbaren Räumlichkeiten in diesem Haus und der grossartige Blick von der Terrasse auf den See und in den Garten, der sehr steil das Haus umschliesst. Waren es zuvor Themen wie Krieg oder die Großstadt, die sein Werk prägten, so widmete sich Dix in seinen Arbeiten zunehmend der Landschaft am Bodensee. Fast ehrfürchtig durchschreitet man den grössten Raum des Hauses – das Atelier mit seinem grossen lichtdurchfluteten Fenster. Zu sehen sind viele Exponate, auch Gemälde, Fotoalben und handschriftliche Dokumente, alles wohltuend präsentiert, nicht überfüllt oder vollgestopft – so kommt dieses wunderschöne und sanft restaurierte Haus optimal zur Geltung.

Im Inneren gliedert sich das Haus in drei Etagen: Küche, Ess-, Wohn- und Musikzimmer sind im Erdgeschoss. Im ersten Stockwerk befinden sich das Atelier von Otto Dix und der Salon von Martha Dix, im zweiten die Zimmer der Kinder Nelly (1923–1955), Ursus (1927–2002) und Jan Dix (1928–2019). Die von der Kunsthistorikerin Ina Jessen entwickelte Konzeption verknüpft die Biografien der Kinder von Martha und Otto Dix mit ihrer jeweiligen künstlerischen Entwicklung sowie dem familiären Alltag im Haus am Untersee.

Und ganz in der Nähe – nur einen Spaziergang entfernt – befindet sich die Petruskirche in Kattenhorn mit seinen Glasfenstern, die von Otto Dix gestaltet wurden („Petrus und der Hahn“, „Der Auferstandene und Petrus“, „Die Berufung des Petrus“), auch hier lohnt sich der Besuch, wenn man sich in der Region aufhält.

„Museum Haus Dix“ – Otto-Dix-Weg 6, 78343 Gaienhofen-Hemmenhofen, Deutschland – www.kunstmuseum-stuttgart.de

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