Urbanski/Gabetta – Tonhalle MAAG 05.05.2018

Wow! Was für ein Konzert! Für mich sicherlich ein Highlight dieser Konzert-Saison. Das lag nicht unbedingt – am eher konventionellen – Programm, sondern am grossartigen Krzysztof Urbanski und der wie immer überragenden Sol Gabetta…

Bereits bei seinem Debüt mit dem Tonhalle Orchester 2016 (ebenfalls mit Sol Gabetta: Elgars Cellokonzert und die 10. Sinfonie von Schostakowitsch) hat mich Urbanski und sein unkonventioneller Dirigier-Stil sehr begeistert. Auch bei diesem Konzert tänzelt Urbanski sich auf seinem Podest bereits bei Smetanas Moldau als Konzert-Auftakt durch die Partitur und man kann und möchte überhaupt nicht mehr wegsehen, so viel Elan und Freude verbreitet er, nicht nur bei den Musikern des Tonhalle Orchesters. Diese Energie, diese Freude am Musizieren überträgt sich auch in den Saal und so lauscht man gespannt im Anschluss dem interessanten Cellokonzert von Bohuslav Martinu und der Solistin Sol Gabetta. Urbanski ist ein Meister der Dynamik und so gibt es vor allem im 2. Satz spannende Momente, bei denen (bis auf die üblichen nervösen nervigen Hüstler) der komplette Saal den Atem anhält. Urbanski schafft es, äusserst feinfühlig die Feinheiten herauszuarbeiten und die Dynamik vollends auszureizen. Wunderbar!

Bedrich Smetana: Aus „Mein Vaterland“ Nr. 2 „Die Moldau“

Bohuslav Martinu: Cellokonzert Nr. 1

Antonin Dvorak: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“

Nach der Pause dann die fulminante 9. Sinfonie von Smetana, die während seines Amerika-Aufenthaltes entstand und dort auch 1893 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt wurde. Auch hier der 2. Satz wundervoll und feinfühlig, bevor es dann im 3. und 4. Satz wieder tosend dem Ende entgegen geht. Betörend die choralartigen Bläserklänge und das immerfort auftauchende Hauptthema als Zitat. Kein Wunder, ist diese Sinfonie so beliebt und ansprechend. Die aufgestaute angesammelte Energie entlädt sich nach dem Abschlag zu einem tosenden Applaus und zu Recht mit Standing Ovations für Krzysztof Urbanski.

Finde ich sonst die marketingtechnischen Konzertbeschreibungen eher zum Lachen (oder zum Erbrechen), muss ich heute zustimmend sagen, dass dies tatsächlich ein Abend „Orchestermagie“ war…

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