Édouard Louis.

Die kraftvolle Sprache und Deutlichkeit seines Debüts „Das Ende von Eddy“ vor drei Jahren hat mich damals sehr berührt und beschäftigt. Nun lese ich sein neues Buch „Im Herzen der Gewalt“ und es ergeht mir ähnlich. Das Buch lässt mich nicht los.

Während der Ich-Erzähler im ersten Buch aus der Enge seiner rassistischen und homophoben Herkunft flieht, um sein Leben zu leben, kehrt er im neuen Roman zurück – dahin, wo er nie mehr hin wollte – um das Erlebnis einer Vergewaltigung am Weihnachtsabend zu verarbeiten. Dabei muss er feststellen, dass sich auch bei ihm, aufgrund dieses Erlebnisses, Vorurteile einschleichen.

Ein junger, toller, bewegender Autor. Es lohnt sich die Lektüre. Und sie macht grosse Lust mehr zu lesen und zu entdecken vom intellektuellen linken Dreigestirn aus Frankreich:

Didier Eribon – Geoffroy de Lagasnerie – Édouard Louis.

In seinem autobiographischen Roman ›Im Herzen der Gewalt‹ rekonstruiert der französische Bestsellerautor Édouard Louis die Geschehnisse einer dramatischen Nacht, die sein Leben für immer verändert.

Auf der Pariser Place de la République begegnet Édouard in einer Dezembernacht einem jungen Mann. Eigentlich will er nach Hause, aber sie kommen ins Gespräch. Es ist schnell klar, es ist eine spontane Begegnung, Édouard nimmt ihn, Reda, einen Immigrantensohn mit Wurzeln in Algerien, mit in seine kleine Wohnung. Sie reden, sie lachen, aber was als zarter Flirt beginnt, schlägt um in eine Nacht, an deren Ende Reda Édouard mit einer Waffe bedrohen wird.
Indem er von Kindheit, Begehren, Migration und Rassismus erzählt, macht Louis unsichtbare Formen der Gewalt sichtbar. Ein Roman, der wie schon ›Das Ende von Eddy‹ mitten ins Herz unserer Gegenwart zielt – politisch, mitreißend, hellwach.

Verlag S. Fischer

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