Das Internet, eine Sonnenlicht/Installation – Schauspielhaus Zürich 11.09.2019

Noch bevor die neue Saison startet und das neue Intendanten-Duo sich mit einem Potpourri an diversen Übernahmen von anderen Häusern präsentiert, kann man sich der Sonnenlicht/Installation von ALEXANDER GIESCHE hingeben, die seit geraumer Zeit an verschiedenen Plätzen Zürichs halt macht und für jeden begehbar ist…

Hat mich zunächst nicht wirklich interessiert, aber da mich mein Weg heute zufälligerweise am Schiffbau vorbeigeführt hat, habe ich die Chance ergriffen und „Das Internet“ betreten. Die Homepage des Schauspielhauses beschreibt diese Installation wie folgt:

Es verbindet und informiert uns, lockt und verführt, unterhält, horcht uns aus, macht uns durchsichtig und frei. Die einen nutzen es, um anderen zu schaden, Gewinne zu maximieren und die ­Intelligenz des Schwarms in die Dummheit der Masse zu verwandeln. Andere kreieren in ihm Freiräume des Denkens, Visionen ­für den Körper und entwickeln digitale Überlebenstechniken in gewaltvollen Umgebungen. Aber wie eigentlich sieht er aus, der ­Ozean aus Elektroden und Bytes, das unkontrollierbare Netz fast unendlicher Möglichkeiten, wie sieht es aus – das Internet? Das Internet lädt ein zu einem ungewöhnlichen Sonnenbad. Komm rein! Betrachte es! Und lass Dich umhüllen von den na­he­zu unendlichen Möglichkeiten des Lichts, das auf den Ozean­böden durch die Glasfaserkabel rast. Erlebe das gesamte Internet auf 108 m3 – 16,7 Millionen Farben, nur für Dich erzeugt. Stell ­Dich hinein und erschaffe Dir Dein eigenes, Dein nicht übertrag­bares, Dein persönliches, Dein unvergleichliches Internet! Ein ­Internet, wie nur Du es erleben und wahrnehmen kannst, ein Internet, das nur Deinem eigenen und persönlichen Wollen folgt. ­16,7 Millionen Mal. 16,7 Millionen Möglichkeiten.

Das klingt ein wenig hochtrabend und anbiedernd und löst sich auch nicht wirklich ein. Schön ist der kurze Abstecher in diesen Raum trotzdem, vor allem wenn die Sonne strahlt. Dann bewegt man sich tatsächlich inmitten wabernden Bühnennebels und Spektrallicht, schwitzt etwas und sucht deshalb auch wieder rasch den Ausgang aus dieser Mischung aus buntem Kitsch, Licht und Sound..

Vor den beiden Zugängen stehen eher gelangweilte „Aufpasser*innen“, die das Erlebnis etwas abturnen. Anyway, als Auftakt zur neuen Saison mal etwas anderes, die Vorzeichen stehen ja auf Umbruch – auch wenn in der Installation altbekannte Stimmen z.B. von Michael Neuenschwander zu hören sind. Man darf gespannt sein und hoffen, dass sich die grossspurigen Ankündigungen einlösen…

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