Arcimboldis Column #4: Angst vor der Stille?

Vor ein paar Tagen. Opernhaus Zürich. Besuch der TOSCA-Vorstellung mit der wundervollen Anja Harteros. 2. Akt: Während DES grossen Moments von  Toscas Arie „Vissi d’arte“ wagt man kaum zu atmen und es herrscht eine unglaubliche Spannung im Saal, die Luft ist fast schon zum Zerreißen gespannt (um diesen abgenutzten Begriff zu bemühen) – leider einmal mehr zerstört durch Blödmänner, die sofort nach dem letzten Ton ihre BRAVAs in den Saal rufen/schreien/brüllen. Natürlich sind diese wohlverdient, aber es ist bedauerlich, dass es Menschen gibt, die es nicht schaffen, diesem kurzen und spannenden Moment der Stille nach einer Arie zu vertrauen und 2, 3 Sekunden wirken zu lassen, bevor der Jubel und Applaus losbricht. Oder ist dies immer ein Wettbewerb – wer ruft als erster sein Bravo in den Saal? Oder ein Outing als Opernkenner? Seltsamerweise sind diese vorschnellen Bravo-Rufer fast ausschliesslich Männer, ich kann mich kaum erinnern, jemals Frauen gehört zu haben. Sind hierbei Frauen zurückhaltender oder einfach die stillen Geniesserinnen? Haben Männer Angst vor dieser Stille und rufen aus Verlegenheit so abrupt ihre Bravi?  Damit es möglichst schnell weitergeht? Lasst diesen herrlichen Moment doch kurz auf euch wirken –  ihr Stille-zerstörenden-vorschnellen-Brava-Rufer. Ihr seid ein Ärgernis. Für mich.

 

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