ARCIMBOLDIS COLUMN #42: RÜCKBLICK 2024 -OPER

Es ist bereits Februar und ich bin – kaum zu glauben – noch nicht in das neue Opernjahr 2025 gestartet, also Zeit, um ein letztes mal auf das vergangene Jahr 2024 zurückzublicken…

Insgesamt habe ich 2024 „nur“ 23 Vorstellungen besucht (von mittlerweile 523 Vorstellungen…), im Vergleich zu manch anderem Opernjahr eine eher magere Ausbeute, aber dafür von sehr hoher Qualität und mit vielen interessanten Produktionen und Werken, die ich schon immer einmal sehen wollte und die selten in den Spielplänen zu finden sind. Die drei aussergewöhnlichsten Produktionen waren sicherlich John Adams „El Niño“ an der Met in New York unter dem grossartigen Dirigat von Marin Alsop und in der farbenfrohen Regie von Lileana Blain-Cruz, „Saint François d’Assise“ von Olivier Messiaen am Grand Théâtre de Geneve (mit dem unglaublich tollen Robin Adams als Franziskus, Regie: Adel Abdessemed/ML: Jonathan Nott) und natürlich der sensationelle „Tannhäuser“ von Tobias Kratzer (Regie) in Bayreuth mit Nathalie Stutzmann am Pult.

Cosi fan tutteWolfgang Amadeus MozartOper Zürich
Die lustige Witwe Franz LehárOper Zürich
ErnaniGiuseppe VerdiTheater St. Gallen
AmerikaRoman Haubenstock-RamatiOper Zürich
Die CsárdásfürstinEmmerich KálmánOper Zürich
La BohèmeGiacomo PucciniLuzerner Theater
Saint François d’AssiseOlivier MessiaenGrand Theatre de Genéve
El NiñoJohn AdamsMetropolitan Opera New York
Wilhelm TellGioachino RossiniTheater St. Gallen
L’OrfeoClaudio MonteverdiOper Zürich
I vespri sicilianiGiuseppe VerdiOper Zürich
SiegfriedRichard WagnerBühnen Bern
Tristan und IsoldeRichard WagnerBayreuther Festspiele
TannhäuserRichard WagnerBayreuther Festspiele
Der DoppelgängerLucia Ronchetti Luzerner Theater
Simon BoccanegraGiuseppe VerdiOper Zürich
Ariadne auf NaxosGiuseppe VerdiOper Zürich
Leben mit einem IdiotenAlfred SchnittkeOper Zürich
Die Liebe zu den drei OrangenSergej ProkofjewTheater St. Gallen
Der fliegende HolländerRichard WagnerOper Zürich
FedoraUmberto GiordanoGrand Theatre de Genéve
Un ballo in mascheraGiuseppe VerdiOper Zürich
A midsummer nights dreamBenjamin BrittenOpéra de Lausanne

Die Fahrt nach St. Gallen lohnt sich immer, nicht nur wegen den grossartigen Produktionen der Tanzkompanie, sondern auch im Musiktheater gibt es dort interessante Vorstellungen zu sehen. 2024 waren dies Verdis „Ernani“ (grossartig als Ernani: Christopher Solokowski!) in der Regie von Barbora Horáková, Rossinis „Wilhelm Tell“ (Regie: Julien Chavaz/ML: Michael Balke) und Prokofiews „Liebe zu den drei Orangen“ (ML: Modestas Pitrenas/ die Regie von Anna Bernreither hat mich jedoch nicht ganz überzeugen können). In Bern neigt sich mit dem „Siegfried“ Wagners Ring dem Ende entgegen und ich bin nun gespannt auf die „Götterdämmerung“ in der Regie von Ewelina Marciniak im Frühjahr 25 (ML: Nicholas Carter). Und Luzern ist immer wieder eine Überraschung mit seinen erfrischenden Produktionen, wie etwa einer absolut sehenswerten „La Bohéme“ (Regie: Lucía Astigarraga/ML: Jonathan Bloxham) oder der Schweizer Erstaufführung von Lucia Ronchettis „Der Doppelgänger“ in der Regie von David Herman (ML: Tito Ceccherini). Genf ist ebenfalls immer eine Reise wert, alleine schon wegen des schönen Hauses, aber auch den grossartigen Produktionen, 2024 waren dies natürlich der bereits erwähnte Messiaen und zuletzt kurz vor Weihnachten Giordanos „Fedora“ mit der Traumbesetzung Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna (Regie: Arnaud Bernard/ML: Antonio Fogliani). Und in Zürich? Hier habe ich viel Repertoire gesehen, es ist die letzte Saison von Andreas Homoki und so erwarten uns noch einige interessante Neuproduktionen und Wiederaufnahmen bis zum Sommer, hängen geblieben sind bisher unter anderem die WA von Wagners „Der fliegende Holländer“ (mit Nylund/Konieczny/Ivahshenko), „Leben mit einem Idioten“ in der Regie von Kirill Serebrennikov und der wunderbare „L’Orfeo“ (Regie: Evgeny Titov/ML: Ottavio Dantone), sowie natürlich die aussergewöhnliche Produktion von Haubenstock-Ramatis „Amerika“ (Regie: Sebastian Baumgarten/ML: Gabriel Feltz). Und wie jedes Jahr hatte ich ein grossartiges Finale an der Opéra de Lausanne, diesmal mit Brittens „Ein Sommernachtstraum“ (Regie: Laurent Pelly/ML: Guillaume Tourniaire). Absoluter Flop 2024 war die Zürcher WA von Jan Philipp Glogers unsäglicher Regiearbeit von Kalmans „Die Csardasfürstin“ – Fremdscham! Und noch ein kurzer Ausblick: Highlight des Frühjahrs wird wohl „Dido und Aeneas“ am Grand Théâtre de Genève in der Regie von Peeping Tom, dort sehe ich dann auch Mussorgskys „Chowantschina“ (ML: Alejo Pérez/Regie: Calixto Bieito) und ich freue mich sehr auf „Rusalka“ in Stuttgart (Regie: Bastian Kraft/ML: Oksana Lyniv). Zudem bin ich sehr gespannt auf Beat Furrers „Das grosse Feuer“ eine UA an der Oper Zürich und Händels „Agrippina“ mit Anna Bonitatibus ebenfalls in Zürich. Very much looking forward!

Zuletzt besuchte Musiktheater-Vorstellungen:

523: Le songe d’une nuit d’été – Opéra de Lausanne 31.12.2024

522: Un ballo in maschera – Oper Zürich 17.12.2024

521: Fedora – Grand Théâtre de Genève 15.12.2024

520: Der fliegende Holländer – Oper Zürich 10.12.2024

519: Liebe zu den drei Orangen – Theater St. Gallen 08.12.2024

518: Leben mit einem Idioten – Oper Zürich 01.12.2024

517: Ariadne auf Naxos – Oper Zürich 10.10.2024 

516: Simon Boccanegra – Oper Zürich 27.09.2024

515: Der Doppelgänger – Luzerner Theater 12.09.2024

514: Tannhäuser – Bayreuther Festspiele 27.08.2024

513: Tristan und Isolde – Bayreuther Festspiele 26.08.2024

512Siegfried – Bühnen Bern 18.06.2024

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