Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann.

Auch wenn in Mariana Lekys Roman in jedem der drei Kapitel eine Person stirbt, die der Hauptfigur Luise nahe steht, ist „Was man von hier aus sehen kann“ ein heiterer lebensfroher Roman, ja fast schon ein Märchen, das leichtfüssig und irgendwie sommerlich-luftig daher kommt – mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen…..

Luise wird immer wieder mit dem Thema Tod konfrontiert, bleibt aber neugierig auf das Leben. Bezugspersonen sind ihre Grossmutter Selma und deren bester Freund – der Dorf-Optiker. Von diesen beiden Personen wird sie erzogen und bezieht ihr Wissen, ja ihre Lebensweisheiten. Die Eltern leben getrennt und verweigern sich dem Alltag, leben in ihren ganzen eigenen Fluchten. Geschildert und in flüssiger und in flott-flüssigem Tempo wird die Kindheit und Jugend Luises erzählt, manchmal etwas nahe am Kitsch, aber die Autorin bekommt immer wieder rechtzeitig die Kurve und für den Leser gibt es häufig Situationen zum Schmunzeln sowie Figuren und Begebenheiten, bei denen einem das Herz aufgeht, bei all der Traurigkeit, die das Buch eben auch noch hat.

Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

(DuMont Verlag)

Der Roman ist originell, traurig, witzig, amüsant, kurzweilig, phantasievoll, es ist eine „Coming of age“ – Story, ein Liebesroman – also für jeden etwas dabei, ohne beliebig zu sein. Das verlangt nach den anderen Büchern von Mariana Leky…

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky, DuMont-Verlag, Köln, 2017

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Diesen Beitrag von arcimboldis_world kommentieren

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