Into the woods – Bridge Theatre London 14.02.2026

Musicals von Stephen Sondheim sind etwas ganz Besonderes, leider findet man sie nicht so häufig auf den Spielplänen. Was für ein Glück bin ich gerade in London, wenn im relativ neuen Bridge Theatre der Sondheim-Klassiker schlechthin gespielt wird: „Into the Woods“ – in famoser Besetzung und Inszenierung…

Es ist Jahre her, seit ich das Stück zuletzt gesehen habe (Halifax, Kanada, 2014….huh, time flies…), aber ich muss sagen, immer wieder witzig und sehr cool. auch wenn der 2. Akt einige Längen hat und längst nicht den Witz und den Drive, den das Stück zu Beginn entwickelt. Im Grunde genommen ist diese Show mit all den weltweit bekannten (Märchen-)Figuren hochpsychologisch und spielt mit dem Unbewussten, räumt aber auch ein wenig auf mit den Klischees. Die Inszenierung von JORDAN FEIN (der auch für die aktuelle grandiose Londoner „Cabaret„-Inszenierung als Prologee Director & Associate Directer verantwortlich zeichnet und zuletzt „Fiddler on the roof“ inszenierte) ist herrlich erfrischend und bietet eine ausgewogene Balance zwischen den emotionalen dunklen Momenten, wenn es um Verrat und Schuld geht und den witzigen leichten bis stellenweise seichten Momenten wie etwa den ihrer Ehen überdrüssigen Prinzen oder dem oftmals sehr sorglosen Rotkäppchen. Diese Show ist immer für frivole Überraschungen und einer Sehnsucht nach längst vergangenen (besseren) Zeiten gut. Und trotz der bereits erwähnten Längen im 2. Akt ist es diese Kombination an grossartiger Musik und witzigen Dialogen, die „Into the Woods“ immer wieder sehenswert machen. Noch dazu erlebt man in dieser Produktion einen hervorragenden Cast: Grandmother/Giant – VALDA AVIKS, Cinderella’s Father – GEOFFREY AYMER, Baker’s Wife – KATIE BRAYBEN, Rapunzel – BELLA BROWN, Cinderella – CHUMISA DORNFORD-MAY, Witch – KATE FLEETWOOD (köstlich mäandert zwischen böse und komisch), Jack – JO FOSTER (wunderbar rätselhaft in seiner Nonbinarität), Narrator/Mysterious Man – MICHAEL GOULD, Cinderella’s Stepmother – SOPHIE LINDER-LEE, Lucinda – HANA ICHIJO, Jack’s Mother – JULIE JUPP, Florinda – GABRIELLE LEWIS-DODSON, Little Red Ridinghood – GRACIE MCGONIGAL, Steward – JACOB FOWLER, Baker – HUGHIE O’DONNELL, Cinderella’s Prince/Wolf – TAITE-ELLIOT DREW, Rapunzel’s Prince – RHYS WHITFIELD. TOM SCUTT hat für diese Produktion ein wirklich tolles Setting gebaut, ein toller Moment, wenn sich der schwarze Background für den Wald öffnet, der sich dann nach und nach verändert und an dem auch nichts spurlos vorübergeht. Die Inszenierung Jordan Fein’s spannt einen Bogen zwischen all diesen dissonanten Momenten und dem herrlichen Kitsch, den man sich manchmal doch so sehr herbeisehnt. Ein beglückender Sondheim-Abend!

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