Ouverture / Collection Pinault – Bourse de Commerce Paris

Das neueste Museum in Paris in der ehemaligen „Bourse de Commerce“ ist – man kann es schlichtweg nicht anders sagen – fantastisch! Ausgestellt werden Werke einer der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst. François Pinault hat sie in mehr als vierzig Jahren zusammengetragen und zusammen mit dem Palazzo Grassi und der Punta della Dogan in Venedig ist diese einzigartige Sammlung Teil eines internationalen Projekts….

Etwas zeitverzögert ist nun die fulminante Eröffnungsausstellung „Ouverture“ zu sehen und bereits beim Betreten des von Tadeo Andō umgebauten Gebäudes ist man überwältigt von der Grosszügigkeit der Räume und der lichtdurchfluteten Rotonde. Hier kann man auch bereits das erste Highlight bestaunen, die wunderschöne Wachs-Installation von Urs Fischer, die noch bis 31.12. zu sehen ist oder eben so lange, bis der Docht ausgeht. Fasziniert von den sich selbst zerstörenden Objekten wandelt man also durch allerlei Mobiliar, teilweise schon ziemlich niedergebrannt, teilweise noch komplett und mit brennenden Dochten. Wunderbar ist das, steht man unter der Glaskuppel und den Gemälden, auf denen die vier Himmelsrichtungen und die Kontinente dargestellt sind. Es gibt so viel zu bestaunen, jedoch möchte man die Rotonde mit den Objekten von Urs Fischer gar nicht verlassen. Die fünfjährige Umbau- und Renovierungszeit hat sich gelohnt und so flaniert man jetzt also durch diese Ausstellungsräume in der ehemaligen Börse und kann sich an allerlei schöner Kunst erfreuen, besonders spannend die Werke von Tuyman/Tabouret/Cheng/Yiadom-Boakye/Doig/Serpas/Marshall/Cahn/Oba und mein persönlicher Favorit, die Werke von Marlene Dumas – ihre beunruhigenden Bilder von Kindern und Frauen ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann.

Dazu im Wandelgang um die Rotonde die eher geschmäcklerischen Objekte von Bertrand Lavier oder in der 2. Etage von David Hammons – kann man sich schenken, muss man wirklich mögen, aber so ist eben für jeden etwas dabei, wenn man sich mal auf etwas abseitigere Kunstwege in Paris begeben möchte. Und es gibt viele Kleinigkeiten, die es zu entdecken gilt, so zum Beispiel die Ausstellung „Œuvres in Situ“ (noch bis Juli 2022), hier gibt es Werk von Maurizio Cattelan, Tatiana Trouvé oder von Ryan Gander DEN Hingucker des Museums (/… /… /… von 2019) zu bestaunen – eine kleine animierte Maus, die aus der Mauer spricht. Köstlich! Entzückend! Hier bleibt jeder stehen und packt sofort den Foto oder das Handy aus. Dieses neue Museum ist für mich jetzt schon eines der absoluten Paris-Highlights und lohnt auch beim nächsten mal unbedingt den Besuch. Aktuell mit den Corona-Einschränkungen empfiehlt sich die vorhergehende online-Buchung eines Slots. Der Einlass und die Kontrolle läuft reibungslos und ist top organisiert.

„Bourse de Commerce – Collection Pinault“, Paris – www.pinaultcollection.com

Zuletzt besuchte Museen und Ausstellungen:

Musée cantonale de Zoologie – Lausanne

Thierry Mugler, Couturissime – Musée des Arts décoratifs – Paris

MAH: Musée d’art et d’histoire – Genf

Museo Egizio – Torino

Kara Walker – Kunstmuseum Basel

Hodler, Klimt und die Wiener Werkstätte – Kunsthaus Zürich

Gerhard Richter: Landschaft – Kunsthaus Zürich

Olafur Eliasson: «LIFE» – FONDATION BEYELER

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Ein Kommentar

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