OLAFUR ELIASSON: «Life» – Fondation Beyeler

Dem Medienrummel um die neue Installation «LIFE» des dänischen Künstlers (mit isländischer Herkunft) Olafur Eliasson in der Fondation Beyeler konnte man sich fast nicht entziehen und so hat man schon ein gewisse Vorstellung und ein Bild vor Augen davon, was einen in Riehen erwartet. Und dennoch ist man sofort beim Betreten des Parks und dem ersten Blick auf die offene Fassade und die knallgrün gefluteten Räume überwältigt…

Natürlich sind die Arbeiten von Eliasson sehr mainstream, auch seine letzte grosse Installation in der Schweiz war ein Besucher-Magnet: «Symbiotic Seeing» im Zürcher Kunsthaus 2020. In die Fondation Beyeler in Riehen passt seine Kunst dann wohl erst recht, hier sind überwiegend kommerziell angelegte Ausstellungen mit grossem Publikumsandrang zu sehen. Daran ist nichts Verwerfliches. Kunst muss und darf auch gar nicht immer etwas Elitäres sein. Die gemeinsam vom Studio Olafur Eliasson und der Fondation Beyeler in Kooperation mit Vogt Landschaftsarchitekten realisierte Austellung ist sicherlich ein Highlight des Sommer 2021.

Mit «LIFE» arbeite ich aktiv daran, einen Raum der Koexistenz zwischen allen zu schaffen, die Teil der Ausstellung sind, und jenden, die von ihr angesprochen werden – der Kunstinstitution, meinem Kunstwerk, den Besuchenden, anderen Wesen, die daran teilhaben, den Bäumen und anderen Pflanzen im Park, der Stadtlandschaft, die das Museum umgibt und darüber hinaus. Indem wir gemeinsam die Welt erforschen, die wir miteinander teilen, können wir sie, so hoffe ich, für alle Spezies lebenswert machen (Olafur Eliasson)

Und genau so empfindet man auch den Besuch. Man ist überwältigt von der ersten Minute an bis zum abschliessenden Besuch im Museums-Shop, wo man – wie immer – nicht gehen kann, ohne genügend Postkarten gekauft zu haben.

Die aktuelle Sammlungspräsentation «Natureculture» seit 13. Juni nimmt Bezug zur Ausstellung von Eliasson und ist eine der Schönsten der letzten Jahre! Sie lohnt sich, auch wenn Eliassons «Life» am 18. Juli endet. Sie befasst sich mit dem Verhältnis von Natur und Kunst und bereits beim Eintreten in den ersten Saal ist man von der Hängung und der Auswahl der Werke begeistert. Zu sehen sind über 100 Kunstwerke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts: viel Altbekanntes (Hodler, Monet, Matisse, Picasso), aber auch seltenere Arbeiten und Neuerwerbungen sind integriert, eigene Räume von Louise Bourgeois oder Mark Rothko sind zu sehen, dazu multimediale Installation, Fotografie, Zeichnung – ein vielfältiges Bild der Beziehungen unserer Umwelt zur Kunst.

Besucht man den Garten an einem heissen Sommertag, kommt einem die Neuerwerbung «Snowman» von Fischli/Weiss extrem strange vor. Der Schneemann steht für ein ganzes Jahr in einem Kühlschrank mit Glastür, der ihm seine Existenz ermöglicht und ist damit vollkommen abhängig von der ihm zugeführten (Solar)Energie. Vor allem in Zeiten des Klimawandels und der daraus resultierenden Diskussion ein beeindruckendes Statement. Die Fondation Beyeler zu besuchen lohnt sich immer. Und sei es nur der Ausblick in die weite Natur und auf die blühenden Mohnfelder direkt nebenan. Das ist einfach grossartig!

Fondation Beyeler in Riehen: www.fondationsbeyeler.ch

Zuletzt besuchte Museen und Ausstellungen:

William Forsythe – The sense of things – Kunsthaus Zürich

Bündner Kunstmuseum – Chur

Wild Thing/Modeszene Schweiz – Museum für Gestaltung Zürich

Kiki Smith „HEARING YOU WITH MY EYES“ – MCBA Lausanne

Kunstmuseum und Kunsthalle Ziegelhütte – Appenzell

Edward Hopper – Fondation Beyeler Riehen

Parkin Not Vital – Sent/Graubünden

Otto Piene / Brigitte Kowanz – Haus Konstruktiv Zürich

Kunstmuseum Thurgau/Ittinger Museum – Kartause Ittingen

Gilbert & George – THE GREAT EXHIBITION (1971-2016) – Kunsthalle/LUMA Westbau Zürich

7 Kommentare

    1. arcimboldis_world

      Ich bin immer so gerne da, aber im Sommer ist natürlich besonders schön. Momentan wenn man rausschaut, blickt auf das blühende Feld mit rotem Klatschmohn. Und dann natürlich diese tolle Installation, ich bin so froh, bin ich doch noch gefahren, hatte ja zuerst überlegt nicht zu gehen, weil man ja so viel in der Berichterstattung schon gesehen hat – es lohnt sich aber. Viel Freude wünsch ich Dir, wenn Du gehst!

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