Rereading #1: Patrick Süskind – Das Parfüm.

Eher selten nehme ich ein Buch zweimal zur Hand, auch wenn das in meinen Vorsätzen immer wieder auftaucht. Letztendlich ist die Lebenszeit begrenzt und dafür hat es einfach zu viel gutes Lesematerial. Dennoch habe ich nun „Das Parfüm“ von Patrick Süskind erneut zur Hand genommen und in einem Atemzug durchgelesen…

Manche Schriften altern schlecht oder passen nur zu einem bestimmten Lebensabschnitt des Lesers. So ergangen bei Hermann Hesse – hat „Demian“ und natürlich „Narziss und Goldmund“ in jungen Jahren begeistert, gefesselt – als Erwachsener Mensch kann man nur müde über diese schwärmerisch-pubertäre Literatur lächeln und nach ein paar Seiten das Buch zurück ins Regal stellen. Am besten mit der damaligen Begeisterung in Erinnerung behalten. Nicht so bei Süskind, der mich und eine ganze Lese-Generation bei seinem Erscheinen in den Bann gezogen hat. Und ich muss sagen – dieser Roman, diese Geschichte hat nichts von seiner Faszination eingebüsst.

Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte. Die spannende Geschichte – märchenhaft, witzig und zugleich fürchterlich angsteinflößend – vom finsteren Helden Grenouille. (Diogenes Verlag)

Damals wie heute ein toller Plot mit einer packenden Schreibe und natürlich einer hochinteressanten Hauptfigur. Wunderbar immer noch diese Faszination, dieses Animalische und Leidenschaftliche des Jean-Baptiste Grenouille für Düfte. Sensationell bereits der Einstieg mit seiner Geburt und ebenso sensationell natürlich das grosse Finale. Wie hätte dieses Buch auch anders enden können. Der damalige Nachfolger, Süskinds Erzählung „Die Taube“ (1987) konnte an den Erfolg natürlich nicht anknüpfen, wie auch? So einen Roman schreibt ein Autor wohl nur ein mal in seinem Leben…

2006 wurde der Roman von Tom Tykwer verfilmt und kam unter dem Titel „Das Parfüm – Geschichte eines Mörders“ in die Kinos. Von Patrik Süskind stammen auch die hervorragenden Drehbücher der unvergessenen Kult-Serien und Filme „Rossini“, „Monaco Franze“ und „Kir Royal“…

„Das Parfüm“ von Patrick Süskind, 1984, Diogenes Verlag,

Zuletzt gelesen:

Jason Starr – Seitensprung

Petros Markaris – Zeiten der Heuchelei

Joachim B. Schmidt – Kalmann

Clemens Berger – Der Präsident

Ray Bradbury – Fahrenheit 451

Téa Obreht – Herzland

John Knittel – Via Mala

Dana von Suffrin – Otto

Elizabeth Strout – Die langen Abende

Ann Petry – The Street

5 Comments

  1. SätzeundSchätze

    Ich habe beim Wiederlesen eher die Angst, dass mich ein Buch, das ich mal sehr gut fand, dann enttäuscht. Aber es gibt solche, die werden jedesmal anders und besser – und „Das Parfüm“ zählt für mich auch dazu, vom sensationellen Anfang an, der auch mit den Jahren nicht an Reiz verliert.
    LG Birgit

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    1. arcimboldis_world

      Liebe Birgit – ja, die Angst hatte ich auch (vor allem, nachdem ich eben neulich meine alten Lieblinge von Hesse hervorgekramt hatte und es entsetzlich fand….). Aber ich wurde nicht enttäuscht. Imme noch cool. Und als nächstes schaue ich mir die ganzen alten Folgen von „Kir Royal“ und „Monaco Franze“ an und amüsiere mich sicherlich immer noch köstlich…. – herzlichst aus Zürich. A.

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  2. kulturbowle

    Patricks Süskind „Das Parfüm“ ist auch für mich ein absoluter Klassiker und das Buch natürlich für mich (wie fast immer) um Längen besser als die Verfilmung. Toll ist aber auch sein Einakter und Ein-Personen-Stück „Der Kontrabass“ – wenn man hier die Gelegenheit, den mit guter Besetzung im Theater zu erleben, unbedingt anschauen! Vorerst aber viel Spaß bei Baby Schimmerlos und dem ewigen Stenz… a bissel was geht immer!

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    1. arcimboldis_world

      Naja, der Kontrabass war ja ein Gassenhauer in den Achtzigern, da lief das ja an jedem Stadt- und Staatstheater – ist natürlich ein tolles Stück für einen Schauspieler, habe das damals in Nürnberg am Staatstheater gesehen, in die heutige Repertoire-Landschaft passt das meines Erachtens nicht mehr. Passt so gar nicht mehr zum Zeitgeist. In die Achtziger hat das gepasst….. – in die Serien habe ich die Tage reingeschaut, das ist ganz gut gealtert! Liebe Grüsse! Adrian

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