Jane Birkin – Munkey Diaries.

Die Stil-Ikone Jane Birkin hat den ersten Teil ihrer Tagebücher veröffentlicht, darin erfährt man allerlei Unterhaltsames, doch wer auf wirklich schockierende Details gespannt ist, wartet vergebens….

Dafür erfährt man umso mehr über ihre englische Upper-Class-Herkunft, Familie, Eltern, Geschwister, die Jahre im Internat und den zügigen Karrierebeginn als Schauspielerin und Sängerin, die erste Ehe und die 12 Jahre andauernde Beziehung zu Serge Gainsbourg mit all den Sorgen und Ängsten einer jungen Frau und Mutter. Zusätzlich ein buntes und schillerndes Panoptikum mit Stories über Weggefährten, Freunde und Kollegen, Klatsch und Tratsch der Branche…

Jane Birkin unplugged: Die Ikone der 70er veröffentlicht ihre Tagebücher: Der Skandalsong Je t’aime mit Serge Gainsbourg und Filme wie Blow Up und Der Swimmingpool machten Jane Birkin weltberühmt, die Birkin Bag ist zum zeitlosen Accessoire geworden. Munkey Diaries sind die persönlichen Aufzeichnungen der Stil-Ikone, vom Swinging London bis ins Paris der 60er- und 70er-Jahre. Ungeschönt, ehrlich, das intime Porträt eines Frauenlebens. Liebe und Verlust, Begierde und Einsamkeit, eine weibliche Symbolfigur, die sich selbst nie als solche sehen konnte. Birkin erzählt von den Begegnungen, die ihrem Leben die entscheidenden Wendungen gegeben haben, von der Beziehung zu ihren Töchtern und deren Vätern. (PenguinVerlag)

Natürlich erfährt man aus diesen (geschönten?) Tagebüchern sehr viel über Jane Birkin, noch mehr aber über Serge Gainsbourg und seine exzentrischen Marotten – vom gemeinsamen Bordellbesuch bis hin zu opulenten Kostümfesten bei gemeinsamen Dreharbeiten in Jugoslawien. Offen lässt Birkin den Leser an ihren Exzessen in dieser Konstellation teilhaben, nimmt uns mit zu ihren Ängsten, Sorgen, Freuden, Leiden. Es handelt sich dabei um eine Auswahl an Tagebucheinträgen in unregelmässigen Zeitabständen und Ergänzungen ihrerseits dazu aus heutiger Sicht. Inwieweit sie Dinge korrigiert weiss man natürlich nicht, allerdings fragt man sich schon, welche Passagen denn weggelassen wurden und warum. Sie selbst sagt einleitend nur, dass sie Passagen wegliess, die andere Personen verletzen würden. Die Zeit mit Gainsbourg war sicherlich nicht immer einfach und häufig ist man als Aussenstehender etwas erschüttert über ihre Naivität. Dieser Band beinhaltet die Jahre 1957 – 1982 und es ist anzunehmen, dass ein Folgeband mit der Zeit danach noch erscheinen wird, ihre Tagebucheinträge enden mit dem Suizid ihrer Tochter Jane Barry im Jahr 2013. Eine wirklich interessante, schillernde und unterhaltsame Lektüre, die grosse Lust macht auf den zweiten Band.

Jane Birkin – „Munkey Diaries“, Penguin Verlag, 2019 – ISBN: 978-3-328-60116-6 (Werbung)

Dieser Blog-Beitrag ist ohne eine vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Verlag entstanden. Ich habe ein Rezensionsexemplar auf Anfrage kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen, wofür ich mich beim Penguin Verlag (Randomhouse) sehr herzlich bedanken möchte. Meine Meinung blieb davon in jeglicher Art und Weise unbeeinflusst. 

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