Kolumba Römisch-Germanisches Museum Köln

Eine der schönsten Museums-Entdeckungen der letzten Jahre für mich – das römisch-germanische KOLUMBA Museum, das Kunstmuseum der Erzdiözese Köln im wunderbaren Neubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor…

Für den Neubau, der 2007 eingeweiht wurde, gab es zwei Vorgaben: Alles, was von der 2000-jährigen Geschichte des Ortes vorhanden war, sollte erhalten bleiben, nichts sollte rekonstruiert werden. Gelungen ist ein Museumsbau, der sich fugenlos in die Ruinen der spätgotischen Kolumba-Kirche einfügt und sakrale mit moderner Kunst verbindet. Trotz wandelnder Besucher strahlen die Räume eine wunderbare Ruhe aus – ein lebendiger Ausstellungsraum und dennoch ein Ort der Kontemplation.

 

Zu den 22 Sälen auf mehreren Etagen gehört unter anderem auch ein wundervolles in Holz gehaltenes Lesezimmer mit grosser Fensterfront sowie der Ausgrabungssaal, der die eigenständige Kapelle der Madonna in den Trümmern beinhaltet und ein mit elf Gleditschien bepflanzter Hof, der anstelle des mittelalterlichen Friedhofs tritt.

 

Derzeit wird eine Ausstellung namens „Pas de deux“ präsentiert, die aufgrund der mit der Generalsanierung verbundenen Neuorganisation notwendig wurde. Die Sammlung versteht sich als kulturpolitisches Statement und beinhaltet auch Leihgaben einer Schweizer Privatsammlung. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, zwei unterschiedliche Sammlungen auf ein gemeinsames Potential hin zu befragen. Ein spannendes Konzept.

Der Pas de deux zweier Museumssammlungen – als Titel dem emotionalen wie künstlerischen Höhepunkt des Klassischen Balletts entlehnt – möchte die Notwendigkeit bewusst machen, in einer zunehmend bedrohliche werdenden Welt die vielseitigen Aspekte des Menschseins präsent zu halten. Themen wie Mythos und Gegenwart, Zeit und Raum, Kostbarkeit und Transzendenz, Selbstwahrnehmung und kollektives Handeln, aber auch Erfahrungen von Endlichkeit und Gelassenheit haben grundlegende Bedeutung (Museumsbooklet)

Wunderbar: Raum 13 mit einer grossen Auswahl an Keramik und Töpfereien und der immensen zeitlichen Bandbreite vom römischen Köln bis in die heutige Zeit. Die gezeigten antiken Keramikobjekte sind Grabbeigaben des 1.-4. Jhd. nach Christus, die modernen Keramiken reichen von den 1930er bis in die 1960er Jahre – eine sehr schöne Rauminstallation. Die Architektur von Zumthor ermöglicht Einblicke in die Geschichte des Ortes, gleichzeitig aber auch grosszügige Ausblicke wie zum Beispiel auf den Kölner Dom. Das Museum und die aktuelle Ausstellung sind absolut gelungen und ergeben eine sehr stimmige Gesamtästhetik. Durch die sehr grosszügige Anordnung der Exponate bleibt viel Freiraum, die Räume kommen zu ihrer vollen Geltung. Ein unbedingtes Muss bei einem Köln-Besuch…

KOLUMBA Museum: www.kolumba.de

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